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Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sollen Brandschützer verstärken

29. April 2010 12:11 Uhr in Feuerwehr

Kreisweite Kampagne „Lebensretter gesucht. Helfen bei der Freiwilligen Feuerwehr“

Einladung zum Mitmachen Kreisbrandmeister Thomas Wienecke, Hauptfeuerwehrmann Antun Lucic, sowie Galina Nedelcheva und Linda Becker vom Integrationsteam des Kreises (v. l.) hoffen, dass Migranten den Weg in die heimischen Feuerwehren finden.

Das Integrationsteam für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte des Kreises Soest und die Feuerwehren im Kreis Soest starten am 1. Mai 2010 kreisweit die Kampagne „Lebensretter gesucht. Helfen bei der Freiwilligen Feuerwehr“ und beteiligen sich damit an einer Initiative des Integrationsbeauftragten der Landesregierung NRW, Thomas Kufen. Hauptziel ist das Anwerben von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für die freiwillige Feuerwehr.

Antun Lucic (46) muss nicht mehr angeworben werden, sondern könnte ein Vorbild für diese Idee sein. Der Kroate, der 1980 nach Deutschland kam, engagiert sich schon seit 1992 in der Soester Feuerwehr. „Mit Begeisterung“, wie er mit Funkeln in den Augen feststellt, rückt er mit dem Zug 1 aus. Darüber hinaus ist er als Sicherheitsbeauftragter tätig. Dass er seine beruflichen Fähigkeiten als Koch für den Verpflegungsdienst zur Verfügung stellt, hat ihm auch bei Nachbarwehren einen fast legendären Ruf eingehandelt.

„Bereits heute leben fast 60.000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus mehr als 140 Nationen im Kreis Soest. Diese Vielfalt soll sich auch in der Feuerwehr widerspiegeln“, hofft Galina Nedelcheva vom Integrationsteam des Kreises, dass Antun Lucic Nachahmerinnen und Nachahmer findet. „Die Beteiligung der Migranten in der Feuerwehr ist auch aufgrund ihrer sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen wichtig“, lädt Kreisbrandmeister Thomas Wienecke zum Mitmachen bei den Brandschützern ein. So könnten sie schneller im Brand- und Schadensfall, bei denen Migranten betroffen sind, wertvolle Unterstützung bei der Lösung von Problemlagen leisten, weil sie sich aufgrund ihrer Sprachkenntnisse mit anderen Zuwanderern leichter verständigen können. Auch bei Aufklärungsmaßnahmen zum Verhalten im Brandfall stellten sie eine Brücke zu den anderen Migranten dar. „Zusätzlich geben die gemeinsamen Einsätze, Fortbildungen und Aktionen mit den deutschen Kameradinnen und Kameraden den Zuwanderern das Gefühl der Dazugehörigkeit und tragen zu ihrer Integration in ihrer neuen Heimat bei“, ergänzt Galina Nedelcheva.

In jeder der 14 Städte und Gemeinden im Kreis Soest gibt es eine Feuerwehr, die aus freiwilligen und ehrenamtlich tätigen Kräften gebildet wird. Mit ihrem bürgerschaftlichem Engagement retten diese Feuerwehrfrauen und -männer jedes Jahr Hunderte von Menschen. Allein im Jahr 2009 gab es im Kreis Soest 2.530 Einsätze. Dabei ging es um Brände, Unfälle, Stürme und Hilfe bei Verkehrsunfällen. Neben den 3.474 Männern und Frauen engagieren sich kreisweit 573 Jugendliche in den 14 Jugendfeuerwehren. So können die jungen Menschen von Anfang an lernen, was Gemeinsinn und Verantwortung bedeutet.

Wer sich bei der Feuerwehr engagieren will und sich als Migrant mehr als bisher in eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe einbringen möchte, kann sich bei Kreis-Mitarbeiterin Kathrin Bühner in der Abteilung Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz (Telefon 02921/303669, E-Mail kathrin.buehner@kreis-soest) melden. Wer die Kampagne unterstützen möchte, erhält bei ihr einen informativen Flyer zum Thema.

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