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Großeinsatz auf glühendem Waldboden

18. Juni 2010 09:54 Uhr in Feuerwehr

Waldbrand Möhnesee

Dichter Rauch umhüllte die Feuerwehrleute auf der mehrere Hektar großen Lichtung südlich des Hevebeckens. Teils mit schwerer Atemschutzausrüstung kämpften sich die Einsatzkräfte über den unwegsamen und verkohlten, heißen Waldboden, um ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern.
Gegen 11.25 Uhr war bei der Feuerwehr der Notruf "Waldbrand" eingegangen. Zuerst waren die Männer des Löschzuges Günne vor Ort. Für die gesamte Möhneseer Feuerwehr wurde Vollalarm ausgelöst. Mannschaften und Fahrzeuge aus Soest, Bad Sassendorf, Warstein, Rüthen und Ense wurden zusätzlich angefordert. "Als die Feuerwehr an der Einsatzstelle eintraf, stand eine Lichtung von der Fläche von etwa 100 mal 300 Meter bereits in voller Ausdehnung in Flammen, erklärte Thorsten Krabbe, einer der Pressesprecher der Feuerwehren im Kreis Soest vor Ort.
Das Problem sei anfangs vor allem die Wasserversorgung in dem Waldstück gewesen. Der Hevesee liegt in etwa vier Kilometern Entfernung von der Brandstelle. Über diese Distanz mit Schläuchen die Wasserversorgung sicherzustellen, nahm entsprechend Zeit in Anspruch, so dass die Wasserversorgung zunächst mit einem Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen gesichert wurde. Auch ein örtlicher Lohnunternehmer war eingespannt und zog per Trecker mit Wasser gefüllt Güllefässer in den Wald.
Auf beiden Seiten der Fläche kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen um ein Ausbreiten des Feuers auf andere Waldbereiche zu verhindern. Gegen 15.30 Uhr konnte zunächst Entwarnung gegeben werden. Das Feuer war unter Kontrolle. Der starke Wind bot aber jederzeit die Gefahr, dass die Flammen wieder angefacht würden oder Glut in bislang noch nicht betroffene Waldstücke.
Da es mehrere Tage nicht geregnet hatte, bot trockenes Tannenreisig, das auf der Rodungsfläche in großen Mengen lag, dem Feuer reichlich Nahrung. Bis Einbruch der Dunkelheit waren die rund 180 Einsatzkräfte der Feuerwehr damit beschäftigt, die bis tief in den Boden reichenden Glutnester auf der riesigen Fläche teils mühsam mit Haken auseinander zu ziehen und mit dem Schlauch zu löschen. Im Pendelverkehr wurden stetig frische Einsatzkräfte zur Brandstelle gebracht. "Bei den Temperaturen, dem Gelände und der schweren Atemschutzausrüstung sind die Einsatzkräfte schnell erschöpft", erklärte Krabbe. Das DRK und der Malteser Hilfsdienst, die ebenfalls mit 30 Leuten und etlichen Autos vor Ort waren, kümmerten sich um die erschöpften Feuerwehrleute und sorgten für Getränke. Über Nacht hielt die Feuerwehr Möhnesee Brandwache, um bei einem erneuten Aufflammen sofort einzuschreiten. Die Einsatzstelle war am Heinrich-Lübke-Haus eingerichtet. Hier liefen alle Informationen zusammen. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke und Franz-Wilhelm Kroll, stellvertretender Gemeindebrandinspektor aus Möhnesee, leiteten von hier aus den Einsatz und waren höchst zufrieden über den reibungslosen Ablauf der Löscharbeiten und das gute Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Löschgruppen und dem Rettungsdienst. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Bis auf einen Feuerwehrmann, der in dem unwegsamen Gelände umgeknickt war und sich leicht verletzte, kam niemand zu schaden.

 

 

Zugehöriger Einsatz

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